Explodierende Feuerwerkskörper, glühend heiße Bengalo-Fackeln und wutverzerrte Fan-Gesichter: Der Abstieg des Traditionsvereins AS Saint-Etienne mündete in einer wahren Hetzjagd auf die Profis des französischen Rekordmeisters, die unverletzt in die Katakomben flüchten konnten.

Blessuren indes trugen andere davon. Am Tag nach der Krawallnacht in Stade Geoffroy-Guichard meldete die Loire-Präfektur insgesamt 21 Leichtverletzte: 17 Fans sowie jeweils zwei Polizisten und zwei Gäste-Profis von AJ Auxerre. Videobilder aus den Stadion verdeutlichten, dass nur Glück weit schlimmere Folgen des Gewaltausbruchs verhinderte.

Der Klub distanzierte sich in einer Stellungnahme von den Ausschreitungen seines Anhangs und unternahm den Versuch einer Entschuldigung. „Gäste unseres Stadions sind Gewalttätigkeiten ausgesetzt und erniedrigt worden. Wir verurteilen diese Aktionen aufs Schärfste und werden die notwendigen juristischen Schritte einleiten“, hieß es in der Erklärung.

Die ohnehin gereizte Stimmung eskalierte, nachdem das Relegationsspiel gegen Auxerre mit 4:5 im Elfmeterschießen verloren ging und damit der Absturz in die Zweitklassigkeit besiegelt war.

Als Gäste-Kapitän Birama Toure den letzten Elfmeter verwandelt hatte, brach ein Platzsturm los, der die insgesamt 500 Ordnungskräfte binnen weniger Sekunden überforderte. Rauchschwaden und Tränengas waberten durch die Arena, erst nach knapp zwei Minuten war die Situation zumindest einigermaßen unter Kontrolle.

Zuletzt war St. Etienne vor 18 Jahren in die Zweitklassigkeit abgestürzt. Relegationsspiele werden in Frankreich erst seit der Saison 2017/2018 ausgetragen. Erstmals setzte sich diesmal mit Auxerre der Zweitligaklub durch. Direkte Aufsteiger sind der FC Toulouse und AC Ajaccio.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link