Mittlerweile gestoppte Pläne für eine Dokumentation über den Fußball-Bundesligaklub Hertha BSC haben die angespannte Beziehung zwischen dem Berliner Traditionsverein und Investor Lars Windhorst mit seiner Tennor-Gruppe weiter belastet. „Ziel war es, den Film an Streaming-Dienste wie Amazon zu verkaufen, um Hertha als Marke international aufzupeppen“, sagte Tennor-Sprecher Andreas Fritzenkötter der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch über das Projekt, von dem zuerst die „Sport Bild“ (Mittwoch) berichtet hatte.

Die Produktionsfirma Pulse Films mit dem preisgekrönten Regisseur Lee Hicken sowie Hertha-Legende Axel Kruse als Bindeglied begleiteten die Mannschaft über einen längeren Zeitraum und produzierten innere Einsichten innerhalb der Mannschaft sowie des Umfelds. Doch einige Passagen der schon im vergangenen Sommer gestoppten Produktion gefielen Geldgeber Windhorst, der rund eine Million Euro investierte, nicht.

„In den Passagen hat ein Mitglied der Geschäftsleitung Herrn Windhorst als unsympathisch bezeichnet, und in der Runde wurde sich über Windhorst lustig gemacht“, begründet Fritzenkötter den Produktionsstopp, „die Passagen waren nicht geeignet, um in einem Werbefilm über Hertha gezeigt zu werden.“ Hertha selbst wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Auf eine Weiterführung des Projekts unter neuer Regie konnten sich beide Parteien nicht einigen, worauf das Aus des Films laut Fritzenkötter besiegelt war: „Daraufhin haben wir abgewogen: Eine Bearbeitung ist praktisch unmöglich und kostet zusätzliches Geld. Dann lassen wir es.“ Störungen im Umgang zwischen Verein und Investor begleiten die Partnerschaft ständig, was Fritzenkötter von Beginn an wunderte: „Wir haben nicht gedacht und waren überrascht, dass Hertha nach unserem Einstieg so die Türen zuschlägt.“

Angetreten, um mit 375 Millionen Euro des Investors eine tatkräftige Mannschaft auf die Beine zu stellen, liegt Hertha vor dem 26. Spieltag mit 23 Punkten auf dem Relegationsrang, einen Punkt vor dem ersten Abstiegsplatz – Klassenkampf statt „Big City Club“. Wobei Fritzenkötter das Theater um den Begriff des großen Hauptstadtklubs anders einordnet und auch auf diesem Weg eine gewisse Uneinigkeit dokumentiert: „Es wird immer behauptet, der Begriff ‚Big City Club‘ stamme von Windhorst. Dabei hat die Geschäftsführung von Hertha oder die von Hertha beauftragte Agentur in der Investorenbroschüre, vor dem Einstieg von Tennor, erstmalig vom Big Club gesprochen.“

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link