Mit den Gedanken war Marco Rose bei Giovanni Reyna. Die Tränen des US-Jungstars nach seinem vorzeitigen Saisonaus lieferten das nächste Symbolbild für die frustrierende Verletztenserie von Borussia Dortmund. „Das ist unheimlich bitter für den Jungen“, sagte Rose. Die Freude des BVB-Trainers über das 2:0 (1:0) beim VfB Stuttgart in der Fußball-Bundesliga wurde von den personellen Rückschlägen schwer getrübt. „Er bekommt von uns jegliche Unterstützung und wir werden ihn wieder fit bekommen“, versicherte der Coach.

Über 25 Pflichtspiele hat Reyna in dieser Saison bereits verpasst. In Stuttgart war für ihn schon nach sechs Minuten Schluss. Mit gesenktem Kopf trottete der weinende Reyna in die Kabine. Das Trikot hatte er über den Kopf gezogen, um das schmerzverzerrte Gesicht und die Tränen zu verbergen. Die Diagnose zwei Tage später bestätigte seine Befürchtung. Eine Muskel- und Sehnenverletzung beendet alle Hoffnungen auf ein stabiles Comeback und macht einen weiteren Saisoneinsatz unmöglich. Nach einer ähnlichen Blessur im vergangenen September war der amerikanische Nationalspieler rund fünf Monate ausgefallen.

Sein Aus war nicht der einzige Rückschlag für den BVB. Auch Mats Hummels wird dem Team über Wochen fehlen. Beim Abwehrchef wurde am Sonntag eine Muskelverletzung im Oberschenkel diagnostiziert. Dritter im Bunde der in Stuttgart ausgewechselten Profis war Mahmoud Dahoud. Ob die lädierte Schulter den Mittelfeldspieler ebenfalls zu einer langen Pause zwingt, sollen weitere Untersuchungen ergeben.

Insgesamt standen beim BVB schon vor dem Duell mit dem VfB mehr als 2000 Ausfalltage in dieser Spielzeit zu Buche. Ein Ende scheint nicht in Sicht, denn auch Donyell Malen hatte sich mit Muskelproblemen abgemeldet. „Wenn wir das Thema Muskelverletzungen wieder aufmachen, dann möchte ich kurz klarmachen, dass wir beim BVB für uns in Anspruch nehmen, dass wir eine Menge fähiges Personal sowohl in der medizinischen Abteilung als auch im Betreuerstab haben“, sagte Rose.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link