Wird der Weltfußballer Robert Lewandowski in der nächsten Saison noch für den FC Bayern München spielen? Ja, sagten Oliver Kahn und Hasan Salihamidžić, der Vorstandsvorsitzende und der Sportvorstand, als sie auf den angeblichen Wechselwunsch angesprochen worden waren. Sie verwiesen auf den Vertrag des Stürmers, der bis zum 30. Juni 2023 gültig ist. „Diesen Vertrag“, sagte Kahn in einem BR-Interview während der Meisterfeier in München, „wird er erfüllen. Basta!“ Einer will dieses Basta aber nicht akzeptieren: Robert Lewandowski.

Am Montag hat Lewandowski, 33 Jahre alt, in einer Pressekonferenz der polnischen Nationalmannschaft so deutlich wie noch nie verkündet, dass er den Verein, für den er seit acht Saisons spielt, sofort verlassen will. „Meine Ära beim FC Bayern ist vorbei. Ich sehe keine Möglichkeit, meine Karriere in diesem Klub fortzusetzen – auf der Basis dessen, was in den vergangenen Wochen passiert ist.“

So hat ein Mitarbeiter des polnisches Verbandes das Statement von Lewandowski, der davor in seiner Muttersprache geredet hatte, auf Englisch wiedergegeben. Lewandowski, ein Mann mit Englischkenntnissen, widersprach nicht. Weshalb man das „angeblich“ vor dem Wechselwunsch von nun an guten Gewissens weglassen kann.

Nicht jeder erzählt die gleiche Version

Es wird in München seit Wochen vermutet, dass Lewandowski in der nächsten Saison für den FC Barcelona spielen möchte. Warum? Dazu hört man verschiedene Versionen. Manche glauben, dass er mit seiner Rolle im Spielsystem des Trainers Julian Nagelsmann nicht glücklich sei (was Nagelsmann neulich dementierte, nachdem er Lewandowski laut eigener Aussage auf dieses Gerücht, das er auch gehört hatte, angesprochen habe).

Andere glauben, dass er sich sehr über das Werben seines Vereins um den norwegischen Stürmer Erling Haaland geärgert habe. Und einer, der einflussreiche Ehrenpräsident Uli Hoeneß, glaubt: „Es geht nur um Kohle, um sonst gar nichts.“ So steht fürs Erste nur eines fest: Mit seinem Statement hat Lewandowski die nächste Eskalationsstufe eingeleitet in einem Interessenskonflikt, in dem es nun auch um die Deutungshoheit geht.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link