Gianluigi Donnarumma krümmte sich vor Schmerzen und hielt sich mit leidvollem Blick die Hand, die Fußballfans im Stadion von Bologna bangten um ihren geliebten „Gigio“. Der italienische Torwartheld der Europameisterschaft im vergangenen Sommer schien sich bei einem Zusammenprall mit Antonio Rüdiger beim 1:1 (0:0) in der Nations League gegen Deutschland in der Schlussphase schwerer verletzt zu haben.

Der Torhüter von Paris St. Germain wurde noch Minuten nach dem Schlusspfiff behandelt und war außer sich. Auch von Rüdiger, der entschuldigend herbeieilte, ließ er sich nicht trösten. Doch aus Sicht von Nationaltrainer Roberto Mancini war alles halb so wild. „Er hat ein Problem mit dem Finger, aber er hat ja neun weitere“, sagte der Coach lakonisch. Donnarumma könne „bleiben und weiterspielen“, ergänzte Mancini. Die runderneuerten Azzurri treffen am Dienstag im zweiten Gruppenspiel auf Ungarn, das England überraschend 1:0 bezwang.

Mancini verteilte zudem Komplimente. „Ich glaube, Deutschland ist eines der Favoriten-Teams, zusammen mit Argentinien, Spanien, Brasilien, Frankreich, die die WM gewinnen könnten“, sagte der 57-Jährige nach dem Spiel. Die DFB-Auswahl von Bundestrainer Hansi Flick hatte zuvor gegen eine komplett neu formierte Mannschaft der Azzurri über weite Strecken nicht überzeugt. „Italien hat das sehr gut gemacht“, bescheinigte Flick dem Gegner.

„Der neue Weg wird hart sein“

Nach dem Spiel in der norditalienischen Stadt zeigte sich Mancini zufrieden mit der Leistung seiner Elf. Der Coach des Europameisters bot am Samstagabend mit zehn Veränderungen im Vergleich zur 0:3-Niederlage gegen Argentinien in London wenige Tage zuvor vor allem junge Nachwuchskräfte auf, die vorher noch nie zusammengespielt hatten. „Man kann nicht denken, dass sie in einem Spiel das Schicksal der Zukunft Italiens entscheiden können“, resümierte Mancini.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link