Der SC Freiburg geht mit Cheftrainer Christian Streich in eine weitere Saison. Der Sport-Club habe den Vertrag mit dem 56-Jährigen einmal mehr verlängert, teilte der Fußball-Bundesligaklub am Dienstag mit. Details zur Laufzeit des Kontrakts und weiteren Inhalten gaben die Breisgauer wie üblich nicht bekannt. Streich, der bisher immer für ein Jahr verlängerte, trainiert die Breisgauer seit mehr als zehn Jahren und ist damit der dienstälteste Trainer in der Bundesliga. Zudem wurden die Verträge mit den Ko-Trainern Patrick Baier, Lars Voßler und Florian Bruns sowie Athletiktrainer Daniel Wolf verlängert.

„Wir haben in den vergangenen Jahren gemeinsam ein stabiles Fundament aufgebaut, das auf Vertrauen ineinander und auf akribischer inhaltlicher Arbeit basiert“, erklärte SC-Sportvorstand Jochen Saier. „Wir sind überzeugt davon, in dieser Konstellation auch weiterhin erfolgreich an der Entwicklung unserer Mannschaft zu arbeiten.“

Neu im Profi-Trainerteam ist Michael Müller. Der 32-Jährige wird Nachfolger von Andreas Kronenberg, der nach der Saison endgültig als Torwarttrainer zur Nationalmannschaft von Bundestrainer Hansi Flick wechselt. Müller trainierte schon seit 2014 die Torhüter der Freiburger Fußballschule sowie der U23. „Mit Michael Müller haben wir eine Lösung gefunden, die einen fließenden Übergang ermöglicht“, sagte Saier. Müller gestalte „die Freiburger Torwart-Philosophie seit Jahren aktiv mit“.

Streich kam 1995 als Jugendtrainer zum SC Freiburg und übernahm am 29. Dezember 2011 die Profis. Unter seinem glücklosen Vorgänger Marcus Sorg hatte der SC nur drei Siege in der Hinrunde geholt und rangierte auf dem letzten Platz. Unter Streich ging es steil nach oben – am Ende der Saison hielt Freiburg die Klasse. Zu diesem Zeitpunkt wurde bereits deutlich, welch überragende Fähigkeiten Streich als Coach besitzt. Heute gilt er bei vielen Experten als bester Trainer der Bundesliga. Mit dem Sportclub durfte er 2015 sogar absteigen, ohne dass eine Abberufung überhaupt im Entferntesten ein Thema gewesen ist. Natürlich stiegen die Freiburger postwendend wieder auf.

Der mit Profi-Erfahrung und Lehramtsstudium ausgestattete Metzgersohn prägte nicht nur sportlich eine Ära. Anfangs galt er als kauziger Hitzkopf an der Seitenlinie. Mittlerweile ist Streich zu einer moralischen Instanz und das gute Gewissen der Liga aufgestiegen. Wenn er Missstände im Sport wie in der Politik und der Gesellschaft anprangert, seine Ansichten teilt, Anekdoten zum Besten gibt oder einfach nur über Fußball philosophiert, wirkt er dabei stets authentisch. Auch das weiß sein Arbeitgeber zu schätzen.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link