Mit den „Wo könntet ihr heute stehen?“-Fragen mochte Bo Svensson sich am Samstagabend nicht befassen. Auch nicht mit der, ob es ihn ärgere, dass seine Mannschaft in den vergangenen Wochen nicht öfter solche Leistungen wie gegen den FC Bayern abgerufen habe. „Ich kann heute über keinen Ärger sprechen, es überwiegen andere Sachen“, sagte er. „So down, wie wir nach Wolfsburg waren, so sehr erlauben wir uns heute, die Freude zu genießen.“

Um nach dem 3:1 gegen den Rekordmeister über negative Aspekte der zu Ende gehenden Saison zu sprechen, hätte es als Trainer wohl eines gewissen Hangs zum Masochismus bedurft, der Svensson abgeht. Intern aber tun die Verantwortlichen des FSV Mainz 05 das schon seit Wochen. Ein Resultat ihrer Überlegungen verkündeten sie am Tag vor dem Bayern-Spiel: die Verpflichtung des Frankfurters Danny da Costa. Diesmal nicht auf Leihbasis für ein halbes Jahr, sondern ablösefrei und mit einem Dreijahresvertrag.

Die 05er haben zwar nicht vor, ihren bewusst klein gehaltenen Kader zu vergrößern. Svensson will die Zahl der potenziell Unzufriedenen möglichst gering halten, aber qualitativ zulegen, um besser auf eventuelle Ausfälle oder Tiefs einzelner Spieler reagieren zu können und den internen Positionskampf auf ein höheres Niveau zu heben.

Da Costa beispielsweise ist nicht als Ersatz für den starken Schweizer Silvan Widmer auf der rechten Außenbahn gedacht. „Es ist keine Back-up-Geschichte, wenn man Danny da Costa holt“, betont Svensson. „Silvan ist top, Danny ebenfalls. Wir wollen eine starke Mannschaft haben, und das heißt: Konkurrenzkampf überall.“

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link