Ein Anglerhut als Aufstiegs-Accessoire? Könnte so kommen in Darmstadt. Als Braydon Manu halbrechts im Strafraum der Ball erreichte und ihn umgehend ins Toreck knallte, war der Ruck spürbar, der durch das Stadion ging. Weil die Rückkehr in die Bundesliga auf einmal so nahe schien wie nie.

Eine wie entfesselt aufspielende „Lilien“-Mannschaft, ein glückseliges Publikum und Punktverluste der Konkurrenten im Aufstiegskampf – aus diesen Zutaten war ein emotional hochtouriger Samstagabend am Böllenfalltor gemacht. Als Manu den Ball in der 19. Minute ins Netz hieb, stand es beim 6:0-Heimspielsieg über Aue 3:0. Es war der dritte Treffer innerhalb von nur vier Minuten.

Offensivmann Manu ließ sich von der Bank eine Kopfbedeckung Marke Anglerhut reichen und inszenierte einen modisch extravaganten Solojubel. Eine Reminiszenz an eine lustige Begebenheit aus der Vorwoche beim 2:1-Erfolg auf St. Pauli. Als der dort gelbgesperrte Manu zum Feiern auf den Rasen lief – mit Anglerhut und schicken Schuhen – wurde er von den Ordnern nicht für einen Darmstädter Flügelstürmer, sondern für einen Flitzer gehalten.

Die „Lilien“ rückten an diesem für sie so exzellent verlaufenen Spieltag nicht nur auf den direkten Aufstiegsrang zwei vor, sondern polierten auch ihre Tordifferenz gehörig auf. Ein Faktor, der in der Endabrechnung in 13 Tagen von enormem Wert sein könnte. Werder und St. Pauli sind in dieser Hinsicht überflügelt im – darauf scheint es hinauszulaufen – Aufstiegs-Vierkampf.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link