Der fünfmalige Champions-League-Sieger Toni Kroos von Real Madrid hat nach dem Finalsieg über den FC Liverpool ein TV-Interview abgebrochen. „Du hattest 90 Minuten, dir vernünftige Fragen zu überlegen, und dann stellst du mir zwei so Sch…fragen. Das ist Wahnsinn“, antwortete der frühere Weltmeister im Sieger-Interview des ZDF kurz nach dem 1:0. Gefragt worden war der 32-Jährige, ob es überraschend gewesen sei, dass Real im Endspiel am Samstagabend im Stade de France so unter Druck geraten war.

Es sei „nicht überraschend, dass du gegen Liverpool in Bedrängnis gerätst“, sagte Kroos. „Was ist das für eine Frage, du spielst ja nicht ein Gruppenspiel irgendwo, wir spielen das Champions-League-Finale.“ Nach dem Ansatz einer weiteren Frage ging Kroos einfach weg und schimpfte: „Ganz schlimm, ganz schlimm.“

Die Kamera hatte schon weggeschwenkt, da war der Streit auf dem Feld immer noch zu hören: „Du stellst erst zwei negative Fragen“, rief Kroos: „Da weiß man direkt, dass du aus Deutschland kommst.“ ZDF-Kommentator Bela Rethy reagierte gelassen: „Naja, in zehn Jahren lachen wir darüber.“

Bereits die vorige Frage von ZDF-Reporter Nils Kaben hatte Kroos nicht gut aufgenommen. „Was ist schon selbstverständlich. Wir haben einen großen Fight geliefert, wir wussten, dass Liverpool eine super Mannschaft ist“, antwortete Kroos darauf, ob der Sieg angesichts des Spielverlaufs nicht so selbstverständlich gewesen sei.

Für Kroos war es der fünfte Triumph in der Königsklasse, damit schloss er zum Rekordhalter Cristiano Ronaldo auf. „Das muss ganz bestimmt erstmal ein paar Tage sacken. Ich habe diesen Pokal einige Male gewonnen, aber das ist für mich ein ganz besonderer Tag, weil alle meine Kinder diesmal im Stadion sind“, sagte der 32-Jährige. „Wie schön das ist, das ist für mich kaum zu beschreiben.“

ZDF-Experte Per Mertesacker, der mit Kroos 2014 in Brasilien gemeinsam Weltmeister geworden war, äußerte nach dem Interview: „Ich habe es auch schon erlebt, wo mir nach einem positiven Ausgang negative Fragen gestellt wurden.“ Mertesacker hatte sich während der WM vor acht Jahren nach dem Achtelfinalsieg gegen Algerien verärgert über Fragen geäußert und den im deutschen Fußball inzwischen legendären Satz gesagt: „Ich lege mich jetzt erstmal drei Tage in die Eistonne.“

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link