Eine seltsame Mischung unterschiedlicher Gefühle lag am Mittwochabend über dem Mönchengladbacher Borussia-Park, als die ukrainische Nationalmannschaft zum ersten Mal, seit die Nation am 24. Februar von Russland überfallen wurde, wieder zu einem echten Wettkampfspiel zusammenkam. Über viele Gesichter von ukrainischen Besuchern rollten Tränen. Vor Rührung, vielleicht aber auch in einem Akt kollektiver Trauer über die furchtbare Situation, in der ihr Land steckt.

„Beim Singen der Nationalhymne hatte auch ich Tränen in den Augen“, erzählte Nationaltrainer Oleksandr Petrakow, nachdem sein Team 2:1 gegen die Borussia gewonnen hatte. „Wir standen mit Gänsehaut am Spielfeldrand, wir sind allen Ukrainern und Ukrainerinnen aber auch den Deutschen sehr dankbar für diese Atmosphäre“, sagte er.

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Und die Mönchengladbacher fühlten einerseits mit, waren aber zugleich erfüllt von der Freude, ein klein wenig helfen zu können. Patrick Herrmann beschrieb die Stimmung als „irgendwie schön“, und Gladbachs Abwehrspieler Nico Elvedi sagte: „Ich bin froh, dass wir mit diesem Spiel den ukrainischen Fans etwas geben konnten. Für den Verein und uns alle war es eine absolute Herzensangelegenheit.“

Mit dem Reinerlös und den im Rahmen einer aufwendigen TV-Übertragung gesammelten Spenden soll das Leid der vom Krieg betroffenen Menschen gelindert werden. Das Besondere an diesem Benefizspiel war allerdings sein großer sportlicher Wert. „Nach einem halben Jahr, in dem wir kaum arbeiten konnten, hat das Spiel begonnen“, sagte Petrakow, der sich im Juni mit seiner Mannschaft für die Weltmeisterschaft in Qatar qualifizieren möchte. Zunächst steht am 1. Juni ein Play-off-Halbfinale in Schottland an, bevor es im Falle eines Sieges im Endspiel vier Tage später gegen Wales um die Teilnahme an der WM gehen würde.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link