Hollands Bondscoach Louis van Gaal findet es „lächerlich“, dass die Fußball-Weltmeisterschaft in Qatar ausgetragen wird. Der FIFA ginge es nicht um die Entwicklung des Fußballs, sondern um Geld, sagte der Nationaltrainer der Niederlande. Der 70-Jährige trifft mit seinem Team am nächsten Dienstag (29. März) in Amsterdam in einem Testspiel auf Deutschland (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Nationalmannschaft und in der ARD).

„Ich finde es lächerlich, dass wir in einem Land spielen werden, um – wie die FIFA sagt – den Fußball dort zu entwickeln, in dem man dort ein Turnier austrägt“, sagte van Gaal am Montag und kritisierte die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft (21. November bis 18. Dezember) durch die FIFA nach Qatar. Es gehe um Geld, um kommerzielle Interessen. Darum gehe es der FIFA, sagte der frühere Bayern-Trainer van Gaal.

Flick fordert verbindlichere Kriterien

Auch der deutsche Bundestrainer Hansi Flick betrachtet die WM-Vergabe an das Emirat am Persischen Golf kritisch. „Es darf nicht immer nur nach dem Geld gehen. Wir hatten zuletzt eine Fußball-WM in Russland, Olympische Winterspiele in Peking, im November kommt die WM in Qatar – und immer gab es große Kritik. Deswegen sage ich: Wir müssen uns früher Gedanken machen, in welches Land wir Sportveranstaltungen geben, und dafür noch verbindlichere Kriterien definieren“, forderte der Bundestrainer.

Einen Boykott des Turniers lehnte Flick allerdings ab. „Den Menschen in Qatar wäre damit nicht geholfen. Wir wollen teilnehmen und dann Signale setzen. Das halte ich für effektiver“, sagte er. Im Vorjahr hatte es bei den drei März-Länderspielen der DFB-Elf Protestaktionen der Nationalspieler gegen die politische Lage in Qatar gegeben. Am Samstag beim Spiel gegen Israel (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Nationalmannschaft und im ZDF) sind in Sinsheim Symbole gegen den Krieg in der Ukraine auf den Trainingsjacken der Spieler und im Anstoßkreis geplant.

Für den Ausschluss Russlands

Zum Ausschluss der russischen Fußball-Nationalmannschaft aus den WM-Playoffs sagte Flick gegenüber dem Magazin Stern: „Als Symbol finde ich solche Maßnahmen richtig“. Der Weltverband FIFA hatte Russland die Teilnahme an dem für Donnerstag geplanten Ausscheidungsspiels gegen Polen wegen des militärischen Angriffs auf die Ukraine untersagt. Eine Wirkung auf das Kriegsgeschehen erwartet Flick durch diese Entscheidung allerdings nicht.

„Ich glaube aber nicht, dass Putin sich davon beeindrucken lässt. Selbst scharfe Wirtschaftssanktionen konnten ihn bislang nicht stoppen. Für die Sportlerinnen und Sportler, die nun ausgeschlossen werden von den Wettbewerben, tut es mir leid. Denn es ist Putins Krieg, nicht ihr Krieg. Aber es gibt derzeit keine andere Option“, sagte der 57-Jährige. Durch den Ausschluss verpasst Russlands Nationalteam die WM-Endrunde im Spätherbst in Qatar.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link