Pellegrino Matarazzo genoss den besonderen Moment still aus sicherer Distanz. Der Cheftrainer des VfB Stuttgart stand auf dem Rasen und beobachtete, wie sich seine Spieler in einer Reihe stehend an den Händen fassten und mit den treuesten Fans in der Cannstatter Kurve gemeinsam das erstaunliche und mitreißende 3:2 gegen Borussia Mönchengladbach angemessen ausgelassen mit der La-Ola-Welle feierten. Einmal, zweimal, dreimal gingen die Hände der Verschwitzten ruckartig in die Höhe.

Solche Bilder wie am Samstagabend hatte es lange nicht mehr gegeben in der Stuttgarter Arena. Zum einen, weil die Anhänger lange pandemiebedingt nicht ins Stadion durften. Zum anderen, weil der VfB zuletzt fünf Heimspiele ohne Sieg beendet hatte. Es war sogar der erste Erfolg nach zuvor neun sieglosen Spielen, dazu der erste in diesem Jahr.

Matarazzo klatschte lediglich vorsichtig in die Hände, als er hinter seinen Spielern stand, und streichelte sich auf dem Weg in die Kabine mit der linken Hand übers Kinn, wie ein verkopfter Professor, der eine gute Idee für seine Problemstellung sucht. Vielleicht dachte der Amerikaner bereits an das nächste Spiel bei Union Berlin. Die Saison ist noch nicht vorbei, der VfB hat den Klassenverbleib noch lange nicht erreicht.

Negatives hinter sich lassen

Im Gegenteil: Neun Spiele stehen noch aus, und die Schwaben liegen weiter auf einem Abstiegsrang. Ein Punkt fehlt zum Relegationsplatz, auf dem Hertha BSC steht, drei Zähler sind es zu Bielefeld und dem ersten Nichtabstiegsplatz. „Wir haben sehr gut gespielt. Das kann was machen mit einer Mannschaft“, sagte Matarazzo, „wenn man ein Spiel dreht und nach einem 0:2-Rückstand noch gewinnt.“

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link