Pellegrino Matarazzo, der Cheftrainer des Fußball-Bundesligaklubs VfB Stuttgart, sah nur noch, wie sich das Netz wölbte in dieser hinreißend verrückten Partie gegen den 1. FC Köln. Mehr nicht. Wer der Torschütze war in der zweiten Minute der Nachspielzeit hatte er nicht erkennen können. Erst als das Vereinsmaskottchen Fritzle in dem ganzen bizarren Gefühlschaos aus Freude und Ungläubigkeit plötzlich über ihm lag, erfuhr Matarazzo, dass Wataru Endo den 2:1-Siegtreffer per Flugkopfball erzielt hatte.

Es war der wichtigste Treffer für den Japaner im Trikot mit dem roten Brustring. Denn das Tor sicherte den Stuttgartern am Samstag nach einer wechselhaften und aufreibenden Spielzeit doch noch den Klassenverbleib in der Bundesliga zum fast spätestmöglichen Zeitpunkt. „Ich freue mich sehr für ihn“, sagte Matarazzo hinterher. Dieses Tor passe perfekt zu Endo. „Es war eines des absoluten Willens, Wataru ist ein toller Führungsspieler, der monatelang in jeder Partie marschiert ist.“

Es dauerte fast eine Stunde, bis sich der VfB-Kapitän Endo und die übrigen Spieler des VfB am Samstagabend unter Mithilfe von behelmten Polizeireitern wieder aus der Kabine heraustrauten. In Sekundenschnelle hatten die Fans nach dem Schlusspfiff ekstatisch und wie von Sinnen den Platz gestürmt, während die Profis fluchtartig in die Gegenrichtung rannten. Der späte Klassenverbleib war zu viel für Teile des Stuttgarter Publikums, mit dem Sieg hatte sich Stuttgart noch auf Platz 15 an Hertha BSC vorbeigeschoben.

Erfolgreiches Saisonende

Der eher stille Endo ist keiner, der sich gerne in den Mittelpunkt drängt, der 29-Jährige lässt lieber Taten statt Worte für sich sprechen, deshalb mussten ihn seine Mitspieler auch nach diesem so hochemotionalen Sieg nach vorne in die erste Reihe schieben. Endo nahm das Megafon und sprach also zur Cannstatter Kurve, wo im Stadion für gewöhnlich die fanatischsten Zuschauer stehen.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link