Wo fängt man am besten an, um das Phänomen Erling Haaland zu beschreiben? Vielleicht mit dem schwarz-gelben Trikot, das er auf seiner Haut zu Markte trägt. Und das sich bestens verkauft. An diesem Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky), beim Saisonabschluss von Borussia Dortmund gegen Hertha BSC, wird Haaland es zum letzten Mal anziehen. Auf seinem Rücken, mit der Nummer 9 dazwischen, stehen dann wie immer zwei Namen: Dortmund und Haaland. Dortmund oben, Haaland unten.

Im Grunde beschreibt die Rückseite des BVB-Trikots einen Teil des Geschäftsmodells von Borussia Dortmund. Und das funktioniert so: Solange Dortmund es sich leisten kann, auf dem Trikot oben zu stehen, ist der Spieler, der unten steht, ein Spieler für die Borussia. Wenn der Name des Profis jedoch größer wird als der des BVB, dann ist der Profi ein Kandidat für Manchester City. Oder für Paris Saint-Germain. Oder für Real Madrid. Da stehen auf dem Rücken nur noch die Namen der Stars.

In der kommenden Saison wird Haaland das himmelblaue Trikot von Manchester City tragen. Er kommt damit in der Superstar-Liga an. Und das heißt: Haaland wird noch größer, Manchester City wird noch größer, und die Premier League wird größer. Und die Bundesliga schrumpft – und der BVB muss sich wieder neue Namen suchen, die er groß machen kann. Aber das ist nicht so einfach, sportlich und medial.

„Vor allem die ganz junge Zielgruppe fokussiert sich vermehrt auf einzelne Spieler, weniger auf einen Klub und jene Aspekte, die ihn in seiner Gesamtheit ausmachen“, sagt Sascha Fligge, Direktor Kommunikation bei Borussia Dortmund seit 2012, über die Entwicklungen, die vor allem durch Social Media vorangetrieben werden.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link