Die Party geht früh los. Schon um kurz nach 17 Uhr ist auf dem Römerberg kaum ein Durchkommen mehr. Es gibt dort so gut wie niemanden, der kein weißes Eintracht-Frankfurt-Trikot trägt. „Hier regiert die SGE“, skandiert die Masse. Immer wieder werden Böller und Pyro-Technik gezündet, weißer und roter Rauch legt sich über den Platz. Ein paar Jungs stopfen noch Bierflaschen in ihre Rucksäcke, dann ziehen sie los. Das Eiscafé um die Ecke verkauft an diesem Abend Sangria, fünf Euro der Becher, und macht damit ein gutes Geschäft.

Langsam, nach und nach, bewegt sich der Zug durch die schmale Limpurgergasse. Ziel des Fan-Marschs ist das Waldstadion. Dort wird an diesem Abend zwar kein Fußball gespielt, aber trotzdem gemeinsam ein Spiel geguckt. 50.000 Karten wurden für das Public Viewing verkauft. Die Frankfurter Fans wollen mit ihrer Mannschaft mitfiebern, die am Abend im spanischen Sevilla gegen den schottischen Club Glasgow Rangers im Finale der Europa League kämpft. Dass das ein historischer Moment wird, daran zweifelt auf dem Römerberg keiner. 42 Jahre ist es her, seit die Eintracht zum bisher letzten Mal in einem europäischen Filiale kämpfte.

Tausende Eintracht-Fans sind gekommen

Der Zug der Eintracht-Fans ist imposant. Kilometerlang zieht er sich über die Kennedy-Allee in Richtung Fußballarena, Tausende sind gekommen. Dort, wo die Ausfallstraße eine Eisenbahnbrücke kreuzt, macht er plötzlich Halt. Die Fans knien sich auf die Straße, machen eine La-Ola-Welle, dann fangen sie an zu springen. „Wer nicht hüpft, ist Offenbacher“, brüllen sie.

Wahre Liebe: Ein Kuss auf den erhofften Eintracht-Sieg



Bilderstrecke



Fanmarsch
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Euphorie, Pyro-Technik und eine La-Ola-Welle

Ein paar Meter weiter steht Kevin. Sein Trikot hat er längst ausgezogen, mit nacktem Oberkörper blickt er auf die Marschierer, steckt sich eine Zigarette an und grinst. „So eine Motivation wie hier, das findest du nirgends“, sagt er. Dann muss er weiter. „Wir sehen uns im Stadion“, ruft er einem noch hinterher.

Es braucht Geduld, bis all die Fans ihren Weg zum Public Viewing in der Fußballarena finden. Menschentrauben bilden sich an den Eingängen, es wird weiter gesungen, die Eintracht-Anhänger fallen sich in die Arme. Drinnen, im Stadion, läuft schon das Rahmenprogramm. Auf der großen LED-Leinwand werden Videobotschaften der Spieler aus Sevilla abgespielt. Was die Eintracht-Profis zu sagen haben, ist nicht zu verstehen, so laut ist der Jubel im Innenraum und von den Rängen. Bald hat das Warten für die Fans ein Ende, um 21 Uhr ist Anpfiff im Stadion in Sevilla.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link