So sieht ein Fußballfrühlingstraum aus: Die Sonne strahlte über dem Trainingsplatz an der Frankfurter Arena, die Nationalspieler und ihr Trainer verströmten Vergnügen und Leichtigkeit, auch wenn Hansi Flick qua Amt hin und wieder den gestrengen Lehrer geben musste: Qualität bei den Pässen! Nicht nachlassen! Aber auch ihm stand an diesem Dienstagmorgen die Freude ins Gesicht geschrieben, dass er wieder mit seiner Mannschaft auf dem Platz stehen kann.

Die Bälle sausten, die Spieler schufteten und scherzten, und die Kindermannschaft von Makkabi Frankfurt, die anlässlich des bevorstehenden Testspiels gegen Israel am Samstag in Sinsheim eingeladen war, musste auch nicht ohne einen Thomas-Müller-Jux nach Hause gehen. „Seht ihr’s“, rief der seinen Kollegen zu, nachdem er einen Ball über den Kasten gedroschen hatte, der sich dann nach längerer Flugphase doch noch in ein Minitor senkte. „Immer ein Extra-Plan!“

Leichtigkeit des Fußballs

Sie hatte etwas Unschuldiges, diese Leichtigkeit des Fußballer-Seins, als wenn all das gerade Pause hätte, was sonst so auf der Welt passiert. Flick hatte schon am Freitag vom Privileg gesprochen, diesem Beruf weiter nachgehen zu können. Aber es sind, das dürfte auch den Nationalspielern klar sein, traumwandlerische Momente in einer Welt, die auch für sie nicht mehr dieselbe ist, sobald sie den Platz verlassen.

Zur Mittagszeit saß Oliver Bierhoff bei der Pressekonferenz im Teamhotel in Neu-Isenburg, und mit einem Mal war alle Leichtigkeit verflogen – und stattdessen die ganze Schwere zu spüren, die über diesem Jahr für die Nationalmannschaft liegt. Zwar versuchte Bierhoff den Fahrplan bis zur WM im November unter einem Aspekt von (Vor-)Freude zu skizzieren, aber er sagte auch: „Schwer, wie weit man sich in der aktuellen Weltlage freuen kann.“ Das, was derzeit in der Ukraine passiere, relativiere auch die Zeit im Zeichen des Coronavirus noch einmal, sagte er.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link