Er konnte sich den Rufen nicht entziehen. Und er wollte es auch nicht: „Hinti, Hinti!“ Die Fans waren schier aus dem Häuschen. Und ja, ihr Liebling verließ nach dem furiosen Fußballfinale gegen Real Betis die geschlossene Feier-Einheit der Eintracht, ging den lautstark singenden Anhängern in der Nordwestkurve ein paar Meter entgegen – und klatschte. Martin Hinteregger erwies den Fans seine Reverenz, und ein Stück weit sich selbst und seiner Mannschaft auch.

Wieder ein Herzschlagfinale, wieder ein packendes Spiel in der Europa League, und wieder mit einem guten Ende für die Eintracht. Jetzt steht die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner schon im Viertelfinale ihres Lieblingswettbewerbs. Und welch ein Gegner dort wartet! Am 7. und 14. April geht es nun gegen den FC Barcelona. So hat es die Auslosung ergeben, die am Freitagmittag in der Schweizer Zentrale der Europäischen Fußball-Union vorgenommen wurde. Sollte sich die Eintracht durchsetzen, würde sie im Halbfinale auf den Sieger des Viertelfinalduells West Ham United gegen Olympique Lyon treffen.

Zukunftsmusik. Was zählt, ist die Gegenwart. Und die zeigte sich laut Glasner in den besten Tönen. „Sowas erlebst du nur im Fußball“, sagte der Eintracht-Trainer, der unmittelbar nach dem Schlusspfiff auf den Platz gerannt war. „In der 90. Minute bricht kurz die Fußballwelt zusammen. Und in der 120. Minute steht sie wieder rosarot.“ Rosarot dank Hinteregger. Gewiss: Es war nicht der Österreicher allein, der den Ball nach einem Freistoß von Filip Kostic im wirklich letzten Moment dieses Achtelfinal-Thrillers über die Linie brachte (120.+1).

Auch Betis-Profi Guido Rodriguez half noch ein bisschen mit. Doch im Taumel des spät herausgeschossen 1:1 nach Verlängerung, das nach dem 2:1-Hinspielerfolg in Sevilla für den Viertelfinaleinzug reichte, sprach alles für Hinteregger. Für den Mann, der vor drei Jahren an der Londoner Stamford Bridge den entscheidenden Elfmeter verschoss. Chelsea zog daraufhin in das Finale der Europa League ein, nicht die Eintracht, die es gleichfalls verdient gehabt hätte.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link