Am Horizont Michel und Elbphilharmonie, vom nahen Heiligengeistfeld wehen Gerüche und Geräusche des Doms heran, und gleich hinter der Anzeigetafel dreht sich gemächlich das Riesenrad: wenn Hamburg sein Volksfest feiert und am Millerntor Fußball gespielt wird, sind die Wahrzeichen der Stadt stumme Zeugen in einem wahrhaft stimmungsvollen Rahmen.

Wie unterhaltsam Fußball der Marke zweite Liga doch sein kann, wenn sich wie am Samstagmittag zwei Traditionsvereine im Aufstiegsrennen begegnen und fast 30.000 Menschen zuschauen, jubeln, mitleiden – man hatte fast vergessen, wie schnell 95 Minuten vorbei sein können, wie sehr man sich eine Verlängerung gewünscht hätte.

Da war es gleichgültig, dass beim 1:1 der sich in Sympathie verbundenen Nordrivalen niemand als Sieger den sattgrünen Rasen verließ, beide Trainer indes für sich reklamierten, verdienter Sieger dieser packend beginnenden und endenden Partie hätten sein zu können.

Wenn überhaupt, musste sich der SV Werder ärgern. Remis gegen den SV Sandhausen, nun ein Punkt am Millerntor – dennoch weiterhin beeindruckend liest sich die Serie unter Trainer Ole Werner, zehn Siege in 14 Spielen. Durch den Darmstädter Patzer beim „Club“ bekam dieses 1:1 sogar einen zusätzlichen Wert.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link