Aus einiger Entfernung sah es aus wie eine merkwürdige Prozession: Männer in blauen Arbeitsanzügen, die mit Botschaften beschriftete Flaggen trugen, näherten sich einem Bürogebäude. Bei den Männern handelte es sich zweifelsfrei um die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Aber ein Protestmarsch in der fränkischen Idylle?

Nein, in Herzogenaurach wurde am Dienstag nicht für Inflationsausgleich demonstriert oder gegen die zweite Trainingseinheit ohne vollen Freizeitausgleich – die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bereitete sich darauf vor, am Sitz ihres Ausrüsters an einem Firmenlauf teilzunehmen: für einen guten Zweck, um das Bewusstsein für die Verschmutzung der Meere zu schärfen, und schon auch für gute Bilder. Im Zuge der 2,3 Kilometer langen Runde dann wollte eine Gruppe um Thomas Müller und Leon Goretzka vorzeitig zum Trainingsplatz abbiegen, ein Missverständnis, sie wurden ins Feld der Läuferinnen und Läufer zurückgeschickt.

In Herzogenaurach hat das Team von Bundestrainer Hansi Flick Quartier für die kommenden zehn Tage bezogen, als Basis für eine kleine Europareise mit vier Spielen in der Nations League – am Samstag gegen Italien in Bologna (jeweils um 20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Nationalmannschaft und bei RTL), dann gegen England in München (7. Juni), gegen Ungarn in Budapest (11. Juni) und noch einmal gegen Italien in Mönchengladbach (14. Juni) –, aber auch, um die Basis zu legen für eine erfolgreiche Weltmeisterschaft im November und Dezember.

Leon Goretzka auf der Pressekonferenz am Dienstag: „Voller Vorfreude“ auf die Spiele der Nations League


Leon Goretzka auf der Pressekonferenz am Dienstag: „Voller Vorfreude“ auf die Spiele der Nations League
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Bild: dpa

Es war zuletzt immer mal schon wieder forsch vom WM-Titel die Rede, aber als Goretzka am Dienstag nach der Vormittagseinheit auf dem Pressepodium Platz nahm, klang das ein bisschen anders, auch wenn Ziel und Anspruch vielleicht dieselben sind. „Aufgrund der vergangenen Jahre kann man nicht behaupten, dass wir in der Weltspitze sind“, sagte er. „Aber wir wollen dahin wieder zurück. Und ich glaube, wir sind auf einem guten Weg.“

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link