Worte der Wertschätzung in Richtung Hamburger SV, Sympathie womöglich für den Nordrivalen? Nicht bei Ole Werner. „Darüber mache ich mir herzlich wenig Gedanken. Wir versuchen, unser Bestes zu geben und unseren Teil dazu beizutragen, dass wir zu den Gewinnern in diesem Aufstiegskampf gehören. Das ist alles, worauf ich mich konzentriere“, sagt Werder Bremens Trainer auf die Frage, ob es nicht schön wäre, beide Traditionsklubs wieder in der Bundesliga zu haben. Es ist ohnehin schwer, Werner etwas zu entlocken, das über das Kerngeschäft hinausgeht – in diesen Tagen ist es unmöglich.

Noch fokussierter, noch konzentrierter leitet der Cheftrainer des SV Werder seine Profis vor dem großen Saisonfinale am Sonntag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur 2. Bundesliga und bei Sky) an. Er hat gemerkt, was geschieht, wenn Spieler und Mannschaften in dieser faszinierend engen zweiten Liga nur ein wenig nachlassen – alles war bereit am Freitag vor zwei Wochen für den ganz großen Schritt zur Meisterschaft im Unterhaus, zum Aufstieg.

Doch dann verloren die Grünweißen nach einer 2:0-Führung mit 2:3 gegen Werners langjährigen Klub Holstein Kiel. Weil am gleichen Spieltag Schalke, Darmstadt und der HSV gewannen, stand Werder plötzlich dumm da. Den Gegner unterschätzt? Bestimmt nicht.

Eher der Leistungsdichte zum Opfer gefallen – wie Darmstadt eine Woche später in Düsseldorf. Und selbst, als die Bremer am vergangenen Spieltag 3:0 beim Absteiger Aue siegten, waren ihre Schwierigkeiten für jede und jeden sichtbar.

Weil in diesem spannenden Aufstiegsrennen dem jeweiligen Favoriten die Knie schlottern, kann jeder Gegner zum Stolperstein werden. Es ist wesentlich leichter, sich einen tabellarischen Vorsprung zu erkämpfen, als ihn in den entscheidenden Wochen zu behaupten.

Die Chancen des Nordrivalen spielen für Ole Werner auch deshalb keine Rolle, weil es ein Fernduell mit klaren Bremer Vorteilen ist. Nur noch einen Punkt brauchen die Grünweißen am Sonntag im Weserstadion gegen Jahn Regensburg, dann hätte Werder den Betriebsunfall vom Mai 2021 repariert und kehrte nach nur einem Jahr ins Oberhaus zurück – mit viel erstligatauglichem Personal.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link