Vor der nächsten großen Reise seines Klubs hat sich Eintracht Frankfurts Präsident Peter Fischer mal wieder besonders scharf geäußert. „Das ist der größte Dreck. Ich schäme mich für den Fußball, dass man uns heute schon bedroht: Jeden, den wir erwischen, der sich als Eintrachtler zu erkennen gibt, den schmeißen wir raus“, kommentierte Fischer die Ankündigung von englischer Seite, beim Europa-League-Hinspiel zwischen West Ham United und den Hessen am Donnerstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Europa League und bei RTL) in London rigoros durchzugreifen.

Frankfurt-Fans in neutralen Blöcken? Zehntausende Anhänger statt der erlaubten 3000? So etwas soll es diesmal nach dem Willen der Gastgeber von der Insel nicht geben. Dabei hätte die Eintracht zwei Wochen nach dem denkwürdigen Fußballtag von Barcelona samt Sieg im Camp Nou gerne das nächste riesige Fest in einer europäischen Metropole gefeiert. Zumindest in der Stadt erwartet Fischer trotzdem wieder große Fanmassen. „In Mailand war es unglaublich, in Rom – egal, wo wir waren. Das ist doch für uns mittlerweile Normalität“, sagte Fischer im ZDF-„Sportstudio“.

Der Abend im Camp Nou, bei dem bis zu 30.000 Fans in weißen Shirts für eine magische Frankfurter Fußballnacht sorgten, hat an einigen Stellen Spuren hinterlassen. Bei der Eintracht, die nach weiteren solchen Abenden in London und beim Finale in Sevilla am 18. Mai lechzt. Bei West Ham, die ihr Olympiastadion nun besonders gut vor der ankündigten „Adler-Invasion“ (Vorstandssprecher Axel Hellmann) schützen wollen. Und auch bei Barca, wo Trainer Xavi Hernandez den Verein für einen Planungsfehler kritisierte und Vereinspräsident Joan Laporta gar von „einer Schande“ sprach.

„Die Spanier können nicht rechnen“

In diesem Jahr gibt es einige begünstigende Faktoren für solch außergewöhnliche Fanaktionen. Nach zwei Jahren Corona-Einschränkungen zieht es die Anhänger nicht nur zurück in die Stadien, sondern auch auf Reisen. Vor dem Abend beim großen FC Barcelona kam dann alles zusammen: Der Verein rief direkt ein „Jahrhundertspiel“ aus, die Fans buchten auf allen Wegen ihre Reisen, die Osterferien und der auf den Spieltag folgende Karfreitag taten ihr Übriges. Fans flogen über Marokko, bestellten Tickets über ihre spanischen Hotels oder nutzten amerikanische Kreditkarten.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link