Die Wüste ist in Schwarz getaucht. Vom Auto aus sehen wir die letzten Lichter von Doha an uns vorbeiziehen, bevor wir auf der beleuchteten Al Shamal Road in Richtung Norden fahren. Rechts und links das schwarze Nichts, als sei die Welt verschluckt. Nach einer guten Stunde biegt der Fahrer ab und fährt in die Finsternis hinein, bis nach einer kleinen Ewigkeit am Horizont kleine Lichter auftauchen. Obwohl wir in einer klimatisierten Limousine sitzen, vermittelt uns dieses kleine Zeichen der Zivilisation für einen kurzen Moment ein Gefühl der Erleichterung, inmitten der dunklen Wüste auf Leben getroffen zu sein.

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Anke Schipp

Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Das Zulal Wellness Resort liegt ganz im Norden von Qatar, weit weg von den anderen Luxushotels in der Hauptstadt Doha. Wer hierherkommt, findet das, was Reiseveranstalter meinen, wenn sie von einer „Oase der Ruhe“ sprechen – und es am Ende oft doch ein Hotel an einer stark befahrenen Straße ist. Das Zulal aber, umgeben von Wüste und der ruhigen See des Persischen Golfs, hält das Versprechen. Das dürfte auch der Grund sein, warum der DFB das Resort als das Quartier der Deutschen Nationalmannschaft für die Fußballweltmeisterschaft im November ausgewählt hat. Schon einmal residierten deutsche Spieler bei einer Weltmeisterschaft in einem abgeschiedenen Refugium, 2014 im Campo Bahia in Brasilien – und wurden prompt Weltmeister. Gut möglich, dass das Zulal beim DFB ähnliche Hoffnungen weckt, denn das Wellness Resort in Qatar ist tatsächlich ein Ort, um zu sich selbst zu finden, wenn die Welt draußen hektisch wird.

Quelle: FAZ Sport – Webseiten-Link